Grundsätzlich stellt ein Monitor ein additives System dar, bei dem Rot, Grün und Blau zusammen Weiß ergeben.
Soweit die Theorie, denn dies gilt nur für die mittlerweile ausgestorbenen Röhrenmonitore. TFTs sind streng genommen Zwitter. Zwar erzeugen sie Farben durch die Addition von Rot, Grün und Blau, aber Weiß erzeugen sie durch die Hintergrundbeleuchtung. Diese stellt eigentlich eine Art Mini-Neonröhre, besser eine Kaltkathodenfluoreszenzlampe (CCFL) dar. Zudem ergibt diese Addition der Primärfarben zwar ein Weiß, aber nicht das “richtige” Weiß.
Das additive Farbmodell (links) und das subtraktive Farbmodell (rechts) nutzen die gleichen Farbzuordnungen. Die sekundären Farben des einen Systems sind die primären Farben des anderen Systems.
Monitore sind - wie auch Drucker, bei denen Cyan, Magenta und Gelb nur in der Theorie Schwarz ergeben - unlineare Systeme. Das heißt, das Verhalten der Farben untereinander und besonders bei unterschiedlichen Helligkeiten weicht zum Teil erheblich von der Theorie ab. TFTs simulieren in ihrem Farbverhalten ihre Ahnen mit Röhrentechnik, das bedeutet, dass sie eine Gradation (Gamma) wie ein Phosphorsystem und eine typische Farbtemperatur verwenden. Nativ besitzen die meisten TFT-Panels ein Gamma (vergleichbar einer Gradation) von 2.2 und eine Farbtemperatur von rund 7000 Kelvin. Zur Farbsteuerung benutzen CRTs unterschiedliche Intensitäten der Elektronenstrahlen für RGB. TFTs benutzen zur Farbsteuerung eine interne Tabelle, die so genannte Look Up Tabelle (LUT). Diese steuert für alle Pixel gemeinsam die grundsätzlichen Parameter und ist nicht mit der LUT der Grafikkarte oder einem LUT Profil zu verwechseln.

Deutlich sind die unterschiedlichen Farbräume von Druck (CMYK - weiß) und Bildschirm (RGB - schwarz) zu erkennen. Trotz gleicher Farbzuordnungen liegen die Farbräume um 180° verdreht zueinander im chromatischen Diagramm.