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08. Kleines Farbmanagement Brevier
In den letzten Jahren sind die Themen ICC-Profile und Colormanagement immer mehr in den Vordergrund gerückt. Ob in Photoshop, XPress, Freehand, Indesign oder Acrobat – in nahezu jeder DTP-Anwendung lassen sich mittlerweile Farbmanagement-Systeme nutzen.

Mit einem ICC-basierten Colormanagement-System lassen sich diese Probleme vermeiden und Druckergebnisse genau vorhersagen bzw. simulieren.

Jedem Gerät in der digitalen Prozesskette wird ein Profil zugeordnet, damit Farben zwischen den Geräten über das L*a*b*-System transportiert werden können. Diese Geräteprofile beschreiben immer nur ein spezielles, individuelles Ein- oder Ausgabegerät.
Damit Daten für eine möglichst große Anzahl an unterschiedlichen Anforderungen aufbereitet werden können, ist ein Referenzprofil notwendig. Diese - auch Arbeitsfarbraum - genannten Profile beschreiben einen generischen, optimal auf die Weiterverarbeitung abgepassten Farbraum.
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Am Ende einer Prozesskette steht in den meisten Fällen ein Ausdruck. Je nachdem, ob die Daten dabei in RGB oder CMYK ausgegeben werden, spricht man von einem RGB- oder CMYK-Workflow. Drucker, die zwar in CMYK drucken (die meisten Tintenstrahldrucker), aber deren Druckertreiber nativ mit RGB arbeitet, werden im allgemeinen als RGB-Drucker bezeichnet.
Neben den Arbeitsfarbräumen für RGB und CMYK spielen auch die Gerätefarbräume von Kamera, Monitor und Drucker eine entscheidende Rolle. Zwar bearbeitet man im allgemeinen die Daten medienneutral, das bedeutet mit Hilfe der Referenzfarbräume, allerdings wird dabei ständig das Monitorprofil zur Anpassung der Farbdarstellung hinzugezogen.

ICC-Colormanagement beruht auf der Idee, Bilddaten zielgerecht für ein Ausgabeverfahren zu übersetzen und dabei das endgültige Druckergebnis am Bildschirm oder mittels Digitalproof zu simulieren. Bei dieser Übersetzung werden Parameter wie Druckzuwachs, Druckfarbe, Papierweiß usw. berücksichtigt.
INFO
In der ISO-Norm ISO 12647 sind die Kriterien für die unterschiedlichen Druckverfahren bzw. Prüfdrucke (“Proof”) und Auflagendruck definiert. Daran lehnt sich die Nomenklatur der ECI-Referenzprofile an:
  • ISOcoated: Bogenoffsetdruck auf matt oder glänzend gestrichenem Papier
  • ISOuncoated: Bogenoffsetdruck auf ungestrichenem Papier
  • ISOwebcoated: Rollenoffsetdruck auf matt oder glänzend gestrichenem Papier
  • ISOnewspaper: Zeitungsdruck
Soll eine farbverbindliche Vorschau (Softproof) erfolgen, benötigt man zudem ein individuelles Ausgabeprofil eines Drucksystems, denn der Referenzfarbraum bildet kein individuelles Gerät ab. Liegt jedoch ein individuelles Profil vor, können viele Applikationen einen exakten Softproof darstellen, der - je nach Güte der Kalibrationen - eine verbindliche Vorschau für den späteren Druck ermöglicht.

Ein Proof - also ein farbverbindlicher Prüfdruck liegt nur vor, wenn neben dem gedruckten Bildinhalt auch der ugra/fogra Medienkeil auf dem Druck vorhanden, gemessen und ausgewertet ist. Sofern die Grenzwerte für die Farbabweichungen eingehalten werden, liegt ein Kontrakt-Proof vor. Alle anderen Ausdrucke stellen lediglich Layout-Proofs dar und besitzen keinerlei Rechtsverbindlichkeit.
Der UGRA/FOGRA Medienkeil ist das offizielle Prüfmittel zur Bewertung von Proofdrucken. Nur wenn die Grenzwerte für die Farbgenauigkeit eingehalten werden, liegt ein Proof vor.
Diese Einführung soll das notwendige Know-how vermitteln, sicher mit Colormanagement und ICC-Profilen umzugehen - erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Farbmanagement ist keine Angelegenheit, die sich „schnell mal nebenbei“ erklären lässt, sondern erfordert grundlegende Kenntnisse der Farbmetrik, Druckvorstufe und Drucktechnik.

Eine korrekte Profilverwendung ist aber für jedermann zu erreichen und ermöglicht ohne weitere Mühen ein konsistentes Arbeiten mit Farbe. Dem steht jedoch eine verwirrende Vielfalt von ICC-Profilen entgegen. Neben Eingabeprofilen für Scanner und Digitalkameras gibt es Ausgabeprofile für Monitore und Drucker und Profile zur Farbraumkonvertierung in Photoshop. Um die Verwirrung perfekt zu machen, kommen diese ICC-Profile auch noch an verschiedenen Stellen zum Einsatz. Einige Profile werden als Arbeitsfarbraum eingestellt, andere wiederum in Bilddaten eingerechnet und wieder andere nur an Bilddaten angehängt.
Farbmanagement basiert immer auf L*a*b* als Kommunikationsbasis.
Die RGB-Daten einer Kamera werden nicht direkt in den RGB-Arbeitsfarbraum umgerechnet, sondern nehmen immer den Umweg über den Lab-Farbraum.
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Tutorial:
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